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4. Die moderne Wasserverkäufer ist Topmanager und mit allen Wassern gewaschen!

Die moderne Wasserverkäufer ist Topmanager und mit allen Wassern gewaschen!

Verträge über die nationale und regionale Versorgung mit Trinkwasser werden nicht selten mit einer Laufzeit von 20 bis 30 Jahren geschlossen. Die drei größten Wasserkonzerne, „Vivendi“ und „Suez“ aus Frankreich, und „Thames Water“ aus Großbritannien, versorgen heute schon mehr als 200 Millionen Kunden in 150 Ländern. Die Topmanager der Konzerne schreiben in den Verträgen auch Konventionalstrafen fest, die besonders für die armen Länder problematisch sein können.

So geschehen in Bolivien: Dr. Vandana Shiva, die bekannte indische Wissenschaftlerin und Umweltaktivistin beschreibt die Vorfälle in einem Bericht im englischen Zmagazins folgendermaßen: “Nachdem die bolivianische Regierung im Oktober 1999 die Wasserwerke der Stadt Cochabamba an den Bechtel-Konzern verkauft hat, stieg der monatliche Wasserpreis für die Bevölkerung bis auf 30 % des Durchschnittseinkommens. Nach monatelangen Protestaktionen, Kämpfen, Generalstreiks, Verhaftungen und Ermordungen von AktivistInnen, war die Regierung gezwungen, die Wasserprivatisierung rückgängig zu machen.”

Die Streitigkeitung in Bolivien zeigen eine Ausprägung der Gloablisierung, bei der Wasser eine zentrale Rolle spielt. Bechtel und die bolivianische Regierung haben in Cochabamba gemeinsam gegen die Bevölkerung Geschäfte getrieben. Organisationen wie das "International Forum on Globalization  (IFG)", sind aktiv geworden und konnten die Missstände in Cochabamba öffentlicht machen. Schließlich mit Erfolg. Als Beobachter werden Organisationen wie das IFG immer wertvoller für die Bevölkerung der armen Länder.

Der Bechtel-Konzern hat die bolivianische Regierung natürlich zur Herausgabe der entgangenen Profite verklagt. Schiedsstelle für strittige Vertragsfragen ist diesbezüglich das Internationale Zentrum zur Schlichtung von Investitionsstreitigkeiten der  Weltbank (ICSRID). Zur Zeit ist der amerikanische Konzern im Irak tätig und bemüht sich dort um die Schaffung neuer Infrastrukturen und neuer Geschäftsbereiche.

Vor dem Hintergrund der aufgezeigten politischen und wirtschaftlichen Aspekte kann man den an Wassermangel leidenden Ländern leider keine guten Perspektiven bescheinigen. So werden wohl in der nahen Zukunft neue Stimmen laut werden. Anstelle von: „Kein Blut für Öl“ wird wohl der Satz treten: „Kein Blut für Wasser“.




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